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Anbau,
Einkauf und Aufbewahrung
Verwendung
Anis
Basilikum
Bohnenkraut
Dill
Estragon
Koriander
Kerbel
Majoran
Minze
Oregano
Petersilie
Rosmarin
Salbei
Sauerampfer
Schnittlauch
Thymian
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Anbau,
Einkauf und Aufbewahrung Der
Wert unserer Nahrung hängt nicht allein von ihren
Nährstoffen ab. Er wird auch durch den Wohlgeschmack der
Speisen, ihren angenehmen Duft und Ihr appetitliches Aussehen
mitbestimmt. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren ist eine
wesentliche Voraussetzung für die Bekömmlichkeit der Nahrung
und damit für unser Wohlbefinden. Es gehört zur Kochkunst,
die Lebensmittel so zuzubereiten, dass ihre Nährstoffe
weitgehend erhalten bleiben und ihr Wohlgeschmack erhöht
wird. Das setzt die Beherrschung der Kochtechnik und eine
sachkundige Anwendung von Küchenkräutern und Gewürzen
voraus. Diese bieten uns die Möglichkeit, die Speisen
abwechslungsreich und schmackhaft auf den Tisch zu bringen.
Wohlschmeckende Kost erfordert eine Zubereitung, bei der die
natürlichen Duft- und Geschmacksstoffe der Lebensmittel
erhalten bleiben oder erst aufgeschlossen werden. Die Zugabe
von Gewürzen soll den Eigengeschmack des Gerichtes erhöhen,
ihn aber nicht übertönen. Seit
alters her standen tropische Gewürze in hoher Gunst. Aus dem
Mittelalter wissen wir, welche Wertschätzung man den Würz-
und Heilkräutern zollte. Heute stehen sie uns frisch,
getrocknet und anderweitig konserviert zur Verfügung. Rechnet
man die Gruppe der geschmackgebenden Zutaten hinzu, die neben
diesen Gewürzen und in Verbindung mit ihnen den Wohlgeschmack
der Speisen und ihrer Bekömmlichkeit dienen, dann ist eine
reiche Auswahl geboten.
Wenn in diesem Zusammenhang nicht näher auf Salz, Zucker,
Essig, die ja in keiner Küche fehlen, eingegangen wird, so
deshalb, weil sie nicht unter den Begriff "Gewürz"
fallen. Sie gehören zu der Gruppe der "geschmackgebenden
Zutaten".
Die
tropischen Gewürze mit ihrem Gehalt an flüchtigen
(ätherischen) Ölen müssen verschlossen aufbewahrt werden.
Man kauft sie unzerkleinert oder fein gemahlen, aber stets in
luftdichter Verpackung, und zwar in Glasröhrchen, in Tütchen
aus Cellophan oder Papier-Aluminiumfolie. Auf keinen Fall
sollten verschiedene Gewürze zusammen in einem gemeinsamen
Behälter aufgehoben werden. Beim Mahlen kommt es darauf an,
dass kein Aroma durch Erwärmen des Mahlgutes verloren geht.
Moderne Spezialbetriebe bringen schonend und gleichmäßig
gemahlene Gewürze und gut abgestimmte Gewürzmischungen in
den Handel. Feinschmecker werden es vorziehen, Pfeffermühlen
und Muskatreiben zu verwenden, um die Gewürze erst bei Bedarf
selbst zu mahlen. Denn gerade Pfefferkörner haben neben ihrer
Schärfe auch Aromastoffe, die unmittelbar nach dem Mahlen am
besten zur Geltung kommen, deren feiner Geschmack aber bald
verfliegt.
Sehr
viel milder im Geschmack ist die Würzkraft der meisten
Küchenkräuter. Viele von ihnen stehen fast das ganze Jahr
über zur Verfügung. Wer einen Garten hat, sollte ein
Kräuterbeet anlegen. Wenn nicht anders, helfen Balkonkästen,
ja selbst ein paar Blumentöpfe im Küchenfenster, um laufend
zarte und aromatische Blätter ernten zu können, und zwar
frischer, als sie der Markt bietet.
Dem Gartenfreund steht einschlägiges Schrifttum zur
Verfügung. Hier sollen nur wenige Tipps gegeben werden.
Die Aussaat erfolgt in kleinen Querreihen recht dünn. Es
empfiehlt sich, die Samenkörner auch nur ganz dünn mit Erde
zu bedecken, sie anzudrücken und feucht zu halten. Zu dicht
aufgegangene Saat wird beizeiten verzogen und in der Küche
verwertet. Für die Aussaat in verschiedenen Zeitabständen
eignen sich besonders Kresse, Bohnenkraut und Kerbel. Kresse
liefert schon wenige Tage nach der Aussaat die ersten
Blättchen. Die anderen Kräuter brauchen mehr Zeit.
Mehrjährige Gewürzpflanzen, wie Petersilie und Schnittlauch,
lassen sich im Frühjahr oder Herbst durch Samen heranziehen.
Die weitere Vermehrung erfolgt durch Stockteilung. Man kann
sie auch für den Schnitt und die Überwinterung in Töpfe
verpflanzen. Kräuter, die vorzugsweise im Warmbeet
herangezogen werden, kauft man gern vom Gärtner, z. B.
Basilikum, Liebstock, Majoran, Sellerie, Thymian und
Zitronenmelisse. Das Verpflanzen ins Freiland erfolgt in der
Regel im Mai.
Spezialbetriebe
liefern für Haushalt und gewerbliche Betriebe schonend
getrocknete Kräuter, deren Würzkraft weitgehend erhalten
ist. Man kann sie für den Haushalt in kleinen, für
Großbetriebe in grösseren Packungen beziehen.
Frische Kräuter werden in der Regel kurz vor dem Anrichten
fein gehackt den Suppen, Soßen, Salaten und Gemüsegerichten
zugefügt; besonders kräftig aromatische, wie Bohnenkraut,
Selleriekraut, werden unzerkleinert in Gemüse oder
Fleischbrühe mitgekocht und danach entfernt. Das gilt auch
für Gewürze, die unzerkleinert in breiförmige Zubereitungen
und Flüssigkeiten, wie Brühe, Obst- und Weinsuppen, aber
auch in Milch mitgekocht werden.
Zur Bereitung von Fisch oder Frikassee gibt man dem Kochwasser
die Gewürze zu, wie Lorbeerblatt, Pfefferkörner,
Pimentkörner, und seiht die Brühe, wenn sie zur Sosse
weiterverwendet wird. Zu feinen Gerichten oder zur Bereitung
süßsaurer Essigfrüchte wird ein Sud aus Gewürzen
hergestellt, d. h. die Gewürze werden in wenig Wasser, Essig
oder Wein ausgekocht, und nur der aromatische Sud findet
Verwendung. Zum Würzen von Fleischstücken, zum Abschmecken
von Soßen und Gemüse und zum Würzen von Teig- und
Kloßmassen werden fein gemahlene Gewürze verwendet. Zum Überstreuen
vermischt man das fein gemahlene Gewürz mit Salz oder Zucker. |